Akupunktur

54678

Die Akupunktur ist ein altes chinesisches Heilverfahren, bei dem Nadeln in die Haut gesetzt und gegebenenfalls leicht gedreht oder unter Stromspannung gesetzt werden.

Am menschlichen Körper gibt es dafür insgesamt 361 Hauptakupunkturpunkte und insgesamt 1011 Stellen, die man, je nach Leiden, anstechen kann. Akupunkturpunkte haben einen anderen elektrischen Hautwiderstand als ihre unmittelbare Umgebung. Akupunktur dient zur Schmerzlinderung bei Operationen und rheumatischen Leiden, sowie zur Behandlung vieler Krankheiten funktioneller, psychosomatischer und organischer Art. Sie wird heute in den meisten chinesischen Krankenhäusern sowie von manchen Ärzten in Japan, Europa und den Vereinigten Staaten praktiziert.

In China hat man 4000 Jahre alte Akupunkturnadel gefunden, die anfangs aus Stein und später aus Bronze, Gold oder Silber gefertigt wurden. Heute bestehen Akupunkturnadeln überwiegend aus Stahl. Zunächst stach man die Nadeln nur in Furunkel und Geschwüre. Später entwickelte sich die Akupunktur nach einer Theorie, der zufolge es am Körper besondere „Meridiane“ gibt, die mit den inneren Organen verbunden sind (Meridian des Magens, der Leber usw.). Dabei wird ein sogenanntes Nadelgefühl oder De-Qi ausgelöst, das sich in einem dumpfen Kribbeln, manchmal auch als elektrische Sensation oder Schweregefühl zeigt und noch für einige Stunden anhalten kann.

Bei der Körperakupunktur werden dünne Nadeln in die Meridiane an Armen, Beinen, Gliedmaßen, Rumpf und Kopf gesetzt. Durch das Einstechen und Drehen der Nadeln wird der gesunde Energiestrom wieder hergestellt. Die Nadeln werden bis zu 30 Minuten belassen, während dessen sollte der Patient sich nicht bewegen. Eventuell werden diese durch Drehen stimuliert, erwärmt (Moxibustion), oder mit Schröpfköpfen bzw. Laserstrahl behandelt. Bei Mikrosystemakupunkturen (Ohr-, Schädel-, Handakupunktur usw.) die allein oder in Kombination mit Körperakupunktur angewendet werden, setzt man die Nadeln an bestimmte Stellen, in denen sich gewissermaßen der gesamte Körper reflektorisch widerspiegelt. Außerdem, so die Vorstellung, fließt entlang dieser Meridiane die Lebensenergie und Krankheiten entstehen, wenn der Energiefluss behindert oder unterbrochen wird. Eine andere Methode um die Nadel unter Umständen zu stimmulieren ist die Anwendung von einfachem Strom (s. Bild).

78645z654uz

Insgesamt handelt es sich um ein sehr altes, erprobtes und wenig eingreifendes Verfahren, bei dem Nebenwirkungen und Komplikationen eher selten vorkommen. Behandelt wird üblicherweise im Liegen, da es bei empfindlichen Personen Kreislaufreaktionen geben kann. Kleine Blutungen oder Blutergüsse durch den Nadelstich sind für gewöhnlich harmlos. Falls Blutgerinnungsstörungen bestehen oder gerinnungshemmende Medikamente eingenommen werden, sollten Sie den behandelnden Arzt hiervon in Kenntnis setzen, da dann Blutungen heftiger sein können.

Ganz selten kann es zu Infektionen der Einstiche kommen, insbesondere bei Verwendung von Dauernadeln, die über mehrere Tage im Akupunkturpunkt belassen werden. Falls Sie immunhemmende Medikamente einnehmen oder unter einer Immunstörung leiden, sollten Sie ebenfalls den Arzt davon unterrichten.

Bei der Moxibustion können kleine Brandverletzungen und -narben entstehen, darum ist ein starkes Hitzegefühl während der Behandlung sofort mitzuteilen. Die Verletzung von Körperhöhlen, Organen oder von Nervensträngen ist bei exakter Anwendung der Akupunktur, wie das bei uns der Fall ist, eine extreme Seltenheit. Auf jeden Fall sollten Sie mit dem behandelnden Arzt über eine eventuell bestehende Schwangerschaft sprechen, da die Reizung bestimmter Akupunkturpunkte Blutungen und vorzeitige Wehen auslösen kann und diese daher unbedingt gemieden werden müssen. Eine vorübergehende Zunahme der Beschwerden hingegen ist eher als Überreaktion und nicht als Nebenwirkung anzusehen und kann eine anhaltenden Heileffekt ankündigen. Eine länger andauernde Verschlechterung ist dem Arzt mitzuteilen.

Akute Erkrankungen müssen manchmal täglich behandelt werden, chronische ein- bis zweimal pro Woche. Normalerweise wird eine Behandlungsserie von 10 bis 15 Behandlungen veranschlagt, aber Behandlungserfolg und damit auch Behandlungsdauer hängen auch von Regenerationsfähigkeit und Regulationsvermögen des Körpers ab und sind individuell verschieden. Spätestens nach 5 Sitzungen sollte zumindest eine Besserung bemerkbar sein.